Der Kasseler Go-Spieleabend wurde im Jahre 2004 von Daniela Trinks, der mehrfachen Gewinnerin der Deutschen Meisterschaften im Damen-Go, wieder ins Leben gerufen. Nach vielen Ortswechseln spielen wir nun im Goethe Salon in der Goethestr. 15.
Mehr Infos: http://www.kassel-go.de/weg/. Nachwuchsspieler, Anfänger, Fortgeschrittene oder Go-Interessierte sind zum Reinschnuppern oder Mitspielen herzlich eingeladen.

Vielen Deutschen ist Go nur aus dem Kreuzworträtsel bekannt: „Asiatisches Brettspiel mit zwei Buchstaben.“ Go ist ein über 4000 Jahre altes Strategiespiel, welches einfach zu erlernen ist, aber extreme Komplexität birgt.

Die Regeln sind schnell erklärt: Gespielt wird auf einem Brett mit 19 senkrechten und 19 waagerechten Linien.  Für Anfänger oder schnellere Partien stehen auch kleinere Bretter zur Verfügung. Ein Spieler verfügt über schwarze, der andere über weiße Spielsteine, Schwarz beginnt. Die Spieler legen abwechselnd ihre Steine auf die Schnittpunkte der Linien des Spielbretts. Ziel ist es, mit den eigenen Steinen Gebiete abzustecken, gegnerische Steine zu umzingeln und zu fangen.  Ein Zugzwang besteht nicht. Das Spiel ist zu Ende, sobald beide Spieler von ihrem Zugverweigerungsrecht Gebrauch machen, weil sie keine vorteilhaften Züge mehr entdecken können. Gewinner der Partie ist der Spieler mit der größeren Anzahl von Gebietspunkten plus der Anzahl der gefangenen gegnerischen Steine. Eine Partie kann auch unentschiedenen ausgehen.

Im Schach stehen sich zwei Truppen frontal gegenüber, der Auftrag lautet: „Setze den gegnerischen König matt.“  Die Strategie im Go ist weit diffuser, wie schon der Ratschlag eines alten Meisters offenbart. Er antwortete, vom Schüler gefragt, was er denn tun müsse, um stärker Go zu spielen: „Begehre nicht zu gewinnen!“

Die Anzahl der möglichen Züge im Verlauf einer Partie ist schier unerschöpflich. Die Kombinationsmöglichkeiten betragen 10 hoch 760, zum Vergleich beträgt die Anzahl der Kombinationen beim Schach ‚nur‘ 10 hoch 120. Das Brettspiel Go galt bis jüngst als einer der letzten Bereiche mit einfachen Regeln, in denen Menschen Computerprogrammen überlegen waren. Im März 2016 hat die künstliche Intelligenz Alpha Go diese Bastion jedoch gesprengt und einen der besten menschlichen Spieler der Welt in vier von fünf Spielen besiegt: Nach 184 Spielzügen gab der Koreaner Lee Sedol die erste Partie auf und musste sich auch in Partie zwei und drei geschlagen geben. Lediglich die vierte Begegnung gewann Lee als Ehrenrettung. Das fünfte und letzte Match der Begegnung ging dann wieder, wenn auch denkbar knapp, an die Maschine.

Die Einteilung der Spielstärken erfolgt in Meistergrade – erster Dan bis neunter Dan (stärkster Grad) – und in Schülergrade – 30ster Kyu (schwächster Grad) bis erster Kyu. Darüber hinaus werden die Profispieler separat klassifiziert. Treffen zwei Spieler mit unterschiedlicher Spielstärke aufeinander, so kann der Unterschied mit Vorgabesteinen für den schwächeren Spieler ausgeglichen werden.